Polarkreis Marathon


Kangerlussuaq/Grönland: Am 15. Oktober reiste ich über Kopenhagen - wo ich einen wunderschönen Stadtspaziergang machen konnte - nach Kangerlussuaq . Vorfreude und Spannung auf dieses Erlebnis - den Lauf in der arktischen Landschaft - hatten mich bereits während des Fluges gepackt. 92 Läufer aus aller Welt hatten sich in Grönland zusammengefunden um in atemberaubender beinahe unberührter arktischer Landschaft einen Marathon zu laufen. Ein ganz besonderes Erlebnis! Eisige klare Luft - Stille ! Ich war beeindruckt, freute mich dabei zu sein. An den Ort Kangerlussuaq haben wir uns schnell eingewöhnt. Kangerlussuaq besteht aus einem Flughafen, einem kleinen Postamt, einem Einkaufsladen, einer Bar, einem kleinen Polarmuseum, einer Kegelbähnchen und ein paar Häusern. Rings herum endlose Weiten, eine völlig unberührte Natur so weit das Auge reicht…

Wir waren in einem sehr gemütlichen Gasthaus untergebracht. Nachdem ich meine Sachen im Zimmer abgelegt hatte machte ich mich auf um die Umgebung zu erkunden. Ich lief einfach los - einen Weg entlang - hinaus in die Wildnis. Als ich nach 2 Stunden 2 weitere Läufer traf lief ich mit diesen wieder zurück nach Kangerlussuaq. Leckeres grönländisches Essen - auch Walfleisch - erwarte uns dort.

Ich beschloss, am kommenden Tag die doppelte Marathonstrecke zu laufen. Dadurch, dass die Tage so kurz waren, musste ich aber die Strecke aufteilen. Es war zu gefährlich, zu lange bei Dunkelheit unterwegs zu sein.
Bis zum eigentlichen Marathonstart hatte ich daher bereits 52 km in dieser verschneiten Winterlandschaft in den Beinen. Ich genoss einfach das Laufen durch die atemberaubende Landschaft.

Anhalten durfte man nicht lange wegen der Kälte. Ein Muss auch: Stirnlampe! Die Dunkelheit und die Stirnlampe machten den Lauf sehr aufregend. Wichtig war es, immer die Lichter von Kangerlussuaq vor Augen zu haben. Ziemlich erschöpft kam ich abends im Gasthaus an. Wieder eine reichhaltige Mahlzeit und ab ins Bett.
Am Marathonmorgen gab’s schon 5:30 Frühstück .Wir mußten ca. 90 Minuten fahren bis zum Marathonstart direkt auf dem Eiskap. Mir taten die Beine von den vielen Kilometer am Vortag ziemlich weh, also stand mir eine sehr große Herausforderung bevor. Wir tänzelten 10 bis 15 Minuten auf der Stelle bis endlich der Startschuß fiel.
Los! Die ersten 5 km waren die Hölle. Der Schnee ging teilweise bis auf die Knie, darunter Eis, eine riesige endlose Eisfläche. Ein paar Hügelchen waren so steil, dass der Po daran glauben musste. Ganzkörpereinsatz bis Kilometer 5, wo es dann endlich einen Weg gab. Ich war glaube ich – außer in der Sahara – noch nie so froh, ein Marathon-Finish zu sehen. Wegen der Kälte und dem Muskelkater habe ich die Beine kaum gespürt. Aber die Jungs von der Organisationen feierten mich so sehr an, dass mir fast die Tränen kamen als ich durch den Finish – 2 gegeneinander aufgestellten Air Greenland Treppen – lief und die Medialle um den Hals bekam.

Das Gala-Dinner abends fand im Museum statt, also saßen wir bei Kerzenlicht zwischen gestopften Ochsen, uraltem Polarwerkzeug und Malereien der Einheimischen. Ich saß mit 2 Österreichern am Tisch, die meine Lachmuskeln den ganzen Abend ganz schön in Einsatz hielten. Ein absolut fantastischer, unvergesslicher Marathontag ging dann zu Ende.
Der nächste Tag stand zur freien Verfügung. Ich schloß mich einer Wanderung an, meinem starken Muskelkater zumTrotz. Die Mühe lohnte sich, denn oben auf einem Berg wartete eine unbeschreibliche Aussicht auf Eiskap und Gletscher auf uns. Ich habe mir die Gelegenheit nicht
entgehen lassen und habe den leckeren Munzinger Eiswein bei dieser arktischen Kulisse fotografiert (siehe Fotos).
Der freie Nachmittag bot uns die Gelegenheit im gemütlichen Polar-Lodge anderen Teilnehmer besser kennenzulernen, was natürlich den Abschied am nächsten Tag schwerer machte. Aber erst dann, wenn man sich von etwas verabschieden muß, weiß man es oft besonders zu schätzen.

Danke schön alle meine Sponsoren:
die fantastische Freiburger Turnerschaft, die leckeren Tuniberg und Munzinger Weine und Nagarro Software Pvt. Ltd. Indien, die auch diese unglaubliche Reise ermöglicht haben.

Ich bedanke mich dafür vom ganzen Herzen für dieses unvergessliche Lauferlebnis .

Eure Brigid

 
 
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